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Der erste Atemzug der Freiheit

11. Oktober 2020 | 14:00 17:00

Lesung der Frankfurter Bürgerschaft

1809 schrieb Heinrich von Kleist einen Einleitungstext für seine geplante Zeitschrift Germania, ein Projekt, mit dem er sich unmittelbar einbringen wollte in die Zeit. Darin heißt es: »Diese Zeitschrift soll der erste Atemzug der deutschen Freiheit sein. Sie soll alles aussprechen was, während der drei letzten, unter dem Druck der Franzosen verseufzten, Jahre, in den Brüsten wackerer Deutscher, hat verschwiegen bleiben müssen: alle Besorgnis, alle Hoffnung, alles Elend und alles Glück.« Die nationale Erhebung fand erst drei Jahre später statt, das »Germania–Projekt« von Kleist blieb unbearbeitet. Bewusst nicht national ausgerichtet und Gegensätze verbindend, lädt das Kleist–Museum in diesem Jahr der Gedenktage (75 Jahre Befreiung vom Faschismus, 30 Jahre Wiedervereinigung) und globaler »Seufzer« in einem Gemeinschaftsprojekt dazu ein, den Freiheitsgedanken in fast 250 Jahren Literatur zu verfolgen. Zum Ende der Kleist–Festtage präsentiert sich die Bürgerschaftslesung: Angefangen bei Heinrich von Kleist und Franz von Gaudy laden wir alle Frankfurter*innen sowie Gäste der Stadt und der Region ein, Gedanken ebenso berühmter wie beinahe unbekannter Männer und Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts zu Gehör zu bringen. Die Premiere in der St.–Gertraud– Kirche wird von Musik umrahmt.
Ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder)–Lebus und des Kleist–Museums.